LB

nara.

Von der Produktidee bis zu produktiven Enterprise-Piloten: eine agentische Plattform für Support, Unternehmenswissen und kontrollierte IT-Aktionen.

nara entstand aus einer 2024 begonnenen Exploration von KI-gestütztem Wissensmanagement und konkreter Projektnachfrage im IT-Support. Aus dieser Arbeit wurde 2025 ein eigenständiges Unternehmen mit dem Ziel, Support nicht nur durchsuchbar, sondern handlungsfähig zu machen.

In Unternehmen liegen Wissen, Tickets, Dokumente, Geräte und technische Werkzeuge in getrennten Systemen. Nutzer müssen ihr Problem trotzdem selbst einordnen, den richtigen Kanal finden und denselben Kontext mehrfach erklären. Supportteams wiederum verbringen einen großen Teil ihrer Zeit mit Recherche, Rückfragen und wiederkehrenden Abläufen.

nara wurde als zentrale Anlaufstelle für diese Arbeit entwickelt. Nutzer konnten Probleme per Text, Sprache oder Telefonie schildern. Die Plattform stellte Rückfragen, suchte im Unternehmenswissen, führte durch Lösungswege, erstellte strukturierte Tickets und konnte freigegebene Aktionen auf verbundenen Systemen ausführen.

Als Mitgründer, CEO und eingetragener Geschäftsführer arbeitete ich im vierköpfigen Gründungsteam an Unternehmen und Produkt zugleich. Während dieser Phase nahm nara rund 840.000 Euro Investment auf. Operativ verantwortete ich Produktentwicklung, Produktdesign, KI, Customer Success und die Enterprise-Piloten.

Anforderungen aus Gesprächen mit IT-Support, Infrastruktur, PLM und Entwicklung übersetzte ich direkt in Produkt- und Architekturentscheidungen. Ich führte Kundendemos und Workshops durch, erklärte die Plattform gegenüber Nutzern und Administratoren und verband technische Umsetzung mit der tatsächlichen Einführung im Unternehmen.

Die technische Grundlage war ein von mir entworfenes typisiertes Memory. Wissen, Tickets, Geräte, Agenten, Werkzeuge, Prozesse und Datentypen wurden als einheitliche, miteinander verbundene Objekte modelliert. Strukturierte Abfragen, semantische Suche und eine eigene GraphRAG-Komponente erschlossen dieselben Daten aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Für Importe und laufende Synchronisation entwickelte ich stabile Objektidentitäten, spezialisierte Embedding-Repräsentationen und eine hashbasierte Änderungserkennung. Aktualisierungen konnten entlang typisierter Beziehungen weitergegeben werden, ohne unveränderte Inhalte unnötig neu zu verarbeiten.

Ein gemeinsames Typsystem verband gespeicherte Objekte, Funktionen und Agenten. Klassischer Code und agentische Implementierungen folgten denselben Ein- und Ausgabeverträgen und konnten zu mehrstufigen Abläufen kombiniert werden. Für große Zwischenergebnisse entwickelte ich abgegrenzte Arbeitsbereiche, in denen Agenten Daten speichern und über leichte Referenzen weiterreichen konnten.

Für die visuelle Modellierung entwickelte ich eine gemeinsame Canvas-Architektur. Agenten, Werkzeuge, Datentypen und Memory-Objekte wurden als typisierte Knoten mit klaren Verbindungsregeln dargestellt. Oberfläche, Routing, Persistenz und Tests folgten demselben Modell, statt für jeden Anwendungsfall getrennte Editoren zu bauen.

Mit der Edge-Architektur erweiterte ich die Plattform von Wissen zu realen Aktionen. Ein Windows-Connector registrierte Geräte, stellte lokale Werkzeuge bereit und ermöglichte kontrollierte Diagnose- und Ausführungsfunktionen auf einem ausgewählten Endgerät. Ich führte den Connector in einem Kundenworkshop ein und wirkte an seiner Implementierung mit.

Bis Juli 2026 liefen zwei Enterprise-Piloten produktiv. Die Plattform verband dabei Ticketsysteme, Confluence, Dokumente und Bilder, erschloss umfangreiche historische Wissensbestände und machte sie für Suche und Agenten nutzbar. Ich verantwortete die Pilotumsetzung, Workshops und technische Einführung bei Schlüsselanwendern und IT-Administratoren.

Die Arbeit führte von einer offenen Produktidee zu einer finanzierten B2B-KI-Plattform im realen Unternehmenseinsatz.